Stockholm Station 5: Gründe ich demnächst die Farsta Fuckers und trage weiße Stiefelchen?

Home, sweet home..

Am nächsten Tag bestellte ich frohgemut mein Umzugsmobil aka Taxi und fiel eine halbe Stunde später in Bett Nr. 5. In nicht mal einem Monat. Das ist mein bisheriger Stockholm-Rekord. Die Aussage meiner Vermieterin, daß sie innerhalb ihrer ersten zwei Jahre 20 mal umgezogen ist, trug weniger zur Entspannung bei.

Aber wunderbar so eine leere Wohnung! (Ironiefreie Aussage. Ich sag es besser dazu ;-) )
Und die Aussicht aus dem Hochhaus war um Längen besser, als der Minihinterhof der 20 Klassen luxuriöseren Station 2. Man lernt nie aus. Selbst Hochhäuser haben Vorteile.

Gegen Abend lernte einen weiteren Vorteil meiner neuen Bleibe kennen: mitten im Einkaufszentrum Farsta Centrum zu leben. Hier gibt es alles. Sogar meinen geliebten Clas Ohlson, wo ich Stunden verbringen kann und immer etwas finde. Ich plumpste sozusagen aus meinem idyllischen Hochhaus direkt in den Supermarkt.

Während ich Reis, Broccoli, Möhren und Äpfel zusammenklaubte, fiel mir auf, daß sonst nur Grüppchen orientalischer Jungs und Grüppchen osteuropäischer Jungs dort einkauften. Und ich. So richtig wohl fühlte ich mich nicht. Vor allem nicht, als sie begannen, sich ein wenig vor der einzigen Frau zu produzieren. Refelxartig reaktivierte ich mein Frankfurter "Willste eins auf die Nase?!"-Gesicht. Ich bilde mir ja bis heute ein, daß das was bringt.

Dann wurde es Nacht über Farsta.


Etwas merkwürdig war es schon, auf diesen riesigen leeren Parkplatz zu blicken. Kleine Jungs in getunten weißen BMWs oder Opels posen voreinander. Mit "Schluppen", die selbst ich zu groß finde. Und zu hören gab es auch ab und zu was. Kleine Autorennen kann man auch auf einem Parkplatz veranstalten.

Ausgerechnet hier hatte ich keine dieser typisch schwedischen Sicherheitstüren, die einem so ein Volvo-Gefühl vermitteln. Nicht einmal einen Spion gab es. Das merkte ich dummerweise vorm Schlafengehen. Sehr günstiger Zeitpunkt. Also stand ich wieder auf und schaute ein wenig ratlos in die Schränke.

Ein Schrubber! Lange nicht so über einen Schrubber gefreut. Zusammen mit einem feuchten Lappen und eine Fußmatte kann man daraus eine hervorragende Türgriffblockade basteln.


Endlich in der Horizontale auf IKEA Sultan angekommen, war ich richtig glücklich: ein Dach über dem Kopf. Und höchstwahrscheinlich sogar für mehr als zwei Wochen. Ich mußte nicht mehr rund um die Uhr auf Blocket starren. Pause von Berwerbungen. Herrlich!
Gute Nacht, Farsta!


Und hier hätte die Geschichte glücklich und zufrieden enden können ;-)


Kommentare :

  1. Frau E. als Ghettobraut? Die Vorstellung ist belustigend und beunruhigend zugleich. Obwohl, du kannst ja alles tragen. Auch weiße Stiefelchen und Schrubber. :-)

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    1. Tragen kann ich es schon. Nur nicht vor der Tür ;-)

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