Elektrosmog: Wenn Stromleitungen den Schlaf rauben


Durch Zufall stieß ich Ende 2011 auf das Buch des international anerkannten Baubiologen Wolfgang Maes, Streß durch Strom und Strahlung. Ein ziemlich dickes Buch, das einen packt und nicht mehr los läßt. Plötzlich erschien alles so logisch!

Was ist eigentlich Baubiologie?


In jedem Haus wirken viele messtechnisch erfaßbare, negative Einflüsse auf uns Bewohner:
Da ist Strahlung, wie z.B. durch elektrische Leitungen oder WLAN. Physikalisch meßbare Strahlung. Nicht zu verwechseln mit dubiosen Energiefeldern verstrahlter Heiler!
Der zweite große Bereich sind Wohngifte und Schadstoffe (wie z.B. Formaldehyd und Lösungsmittel in Möbeln oder Fußbodenbelägen).
Und der dritte die Belastung des Wohnunfeldes durch Schimmel- oder Hefepilze, Bakterien, Milben und andere lästige Untermieter.

Als Neueinsteigerin brummte mir allein schon angesichts der Vielzahl der möglichen Strahlungen in meiner Wohnung zunächst ein wenig der Kopf. Zusätzlich zum sonstigen Brummen. Aber ich vertraute der über 30-jährigen Erfahrung von Herrn Maes in der Analyse und Bewertung krankmachender Umwelteinflüsse im Wohnumfeld. Vor allem, weil er am eigenen Körper die Erfahrung gemacht hatte, wie radikal positiv sich simple Veränderungen im eigenen Umfeld auf die Gesundheit auswirken können.

Schwer chronisch krank, erlebte er über viele Jahre eine ähnliche Odyssee wie ich. Von Arzt zu Arzt, von Diagnose zu Diagnose und zunehmend eine halbe Apotheke schluckend, um wenigstens die Symptome zu lindern. Wenige Wochen nach der Sanierung seiner Wohnung war er deutlich gesünder, keine drei Monate danach medikamentenfrei.

Kleine Änderungen in der Wohnung, große Wirkung für die Gesundheit!


Daß dies keine zufällige Spontanheilung war, konnte er nach einem Umzug in ein anderes Haus feststellen, wo eine starke Belastung durch eine Überlandleitung den vorigen Zustand nahezu wieder herstellte. Kaum wurde die Überlandleitung in die Erde verlegt und dadurch die Magnetfeldstärken im Haus reduziert, war Herr Maes wieder gesund.

So wie Herr Maes wurden auch dieser therapieresistente Kunde durch Reduktion der Strahlungsbelastung gesund. Tausende andere erlebten, daß mit einer "Entelektrifizierung" ihres direkten Lebensumfeldes schwere Erkrankungen minimal wurden. 30 Jahre und weit über 10.000 Wohnungsanalysen später können wir alle von seinem aufwendig zusammengetragenen Know-How profitieren. Inzwischen auf 1000 Seiten allein im Buch zu Strom und Strahlung.

Das überzeugte mich. Kurzerhand kaufte ich mir in dem empfehlenswerten Online-Shop für Umweltkranke und Allergiker Pure Nature ein Meßgerät für Strahlung. Der Niederfrequenz-Analyser ME3030B von Gigahertz Solutions ist auch für Einsteiger geeignet und mißt neben der elektrischen Feldstärke (bis 1999 V/m = Volt pro Meter), auch die magnetische Flußdichte (bis 1999 nT = Nanotesla).

Für Nicht-Profis empfiehlt sich zur Messung der Feldstärke die Erdung des Gerätes. Dazu klemmt man das beiliegende Kabel z.B. an eine nicht lackierte Stelle der Heizung an.


Mit meinem neuen Meßgerät bewaffnet wanderte ich durch meine Wohnung. Ich sage Euch: das ist spannend wie eine Schnitzeljagd auf Kindergeburtstagen! Unglaublich, welche Feldstärken und Unterschiede man allein in einem Raum entdeckt. Ebenso unglaublich, wie massiv die Ergebnisse über den vom menschlichen Körper akzeptierten Zahlen liegen. Aber dazu später.

Obwohl ich in Sichtweite einer Überlandleitung lebe, waren die zugehörigen Werte 2011 im noch akzeptablen Bereich. Der ganz normale Hausstrom aber schlug Wellen in meinem Analysegerät. Und ratet mal wo besonders?
Richtig: am Kopfende meines Bettes.

Zum einen wegen zwei Steckdosen und deren Leitungen. die sich hinter der Tapete verstecken. Zum anderen aber scheinen die Leute aus dem angrenzenden Haus dort mindestens eine Stereoanlage mit 5 Mio Watt Verstärkern installiert zu haben. Nun kann ich ja schlecht bei wildfremden Leuten klingeln und bitten, ihr Wohnzimmer umzubauen. Also baute ich um.

Zuerst drehte ich mein Bett zur anderen Wand. Das ist der Vorteil bei relativ puristischer Möblierung: man kann seine Möbel wild in der Gegend herumschieben. Es wurde besser. Aber nicht ausreichend besser. Vermutlich, weil die Wand zu den Metallwasserrohren des Badezimmers führt.

Im klaustrophobisch kleinen Arbeitszimmer, dessen Seiten zum nahezu stromfreien Treppenhaus und zu meinem stromarmen Wohnzimmer zeigen, war die Lage deutlich besser. Mit Wehmut im Herzen (nichts ist schlimmer für mich, als ein kleines Schlafzimmer!) beschloß ich "mal eben" Arbeits- und Schafzimmer gegeneinander auszutauschen. Mal eben dauerte am Ende einige Monate. Aber das ist eine andere Geschichte.


Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten!


Das Ergebnis des Zimmertausches und Entfernen aller Stromquellen im Schlafzimmer?
Ich schlief schlagartig besser!
Das hektische Überhitztsein meines Kopfes war massiv reduziert.
YES!

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein. Nach dem Motto "Übermut tut selten gut" beging ich allerdings beim Durchdesignen meiner neuen Räume direkt einen kapitalen Fehler.
Welchen?
Erfahrt Ihr im nächsten Teil der Serie "Frau E. und die Baubiologie"


 _________________________________________

Meine Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen weder einen Baubiologen noch einen (Umwelt-)Mediziner. Ich berichte hier über meine eigenen Erfahrungen mit einem gesundheitsschädlichen Wohnumfeld und erkläre sie unter Zuhilfenahme naturwissenschaftlicher Zusammenhänge.
Zur detaillierten Beschäftigung empfehle ich die Leküre von Fachliteratur. Hier schreibe ich bewußt vereinfacht, um Leser, die sich noch gar nicht damit beschäftigt haben, auf grundlegende Zusammenhänge und Gefahren aufmerksam zu machen. Wenn nur einer von Euch durch meine Postings auf die Idee kommt, Umwelteinflüsse als Ursache seiner chronischen gesundheitlichen Beschwerden zu identifizieren, wäre ich schon sehr glücklich.

Die grundlegenden Kenntnisse zum Thema Strom und Strahlung habe ich mir in den Publikationen von Wolfgang Maes angelesen, ergänzt durch intensive "Feldforschung" im Internet. Ihr werdet beim Googeln in Sekunden mehr finden, als ich hier dauerhaft an Literaturangaben aktuell halten kann. Sucht einfach mit Begriffen wie Baubiologie, Umweltmedizin, Strahlenschutz, Umwelterkrankung, Grenzwerte, Elektrosmog, Hochspannungsleitungen etc.

Kommentare :

  1. Sehr interessant! Und super, dass Du einen Störenfried ausmachen konntest. Ich würde ja auch gerne mal so einen Check machen, aber das Buch finde ich ein bisschen abschreckend. Nicht (nur) wegen des happigen Preises, aber das sieht so staubtrocken aus, dass ich nicht weiß, ob ich da lesend bei der Schwarte bleibe (habe im Moment nur Zeit zum Lesen bevor ich einschlafe, meistens schaffe ich eine halbe Seite – wenn's spannend ist.) Aber vielleicht muss man da durch. Toll wäre 'ne schwedische Ausgabe. Ich bin ja insgeheim sowieso überzeugt, dass Elektrosmog starke Auswirkungen hat, aber der Mann so überhaupt nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Stella,

      das Buch liest sich eher wie ein Krimi. Es wird einem so vieles deutlich, das man vorher (gerne) ignoriert hat. Elektrosmog hat extrem hohe Auswirkungen auf uns alle! Viele wollen es aber nicht wahrhaben, bis sie tatsächlich sogar an Krebs erkranken. Und weil Strahlenbelastung ja vermutlich eher als großer Katalysator, aber nicht alleiniger Verursacher wirkt, kann man sie dann immernoch leugnen.

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...