Tagträumen

Immer, wenn das Düsseldorfer Einheitsgrau über der Stadt wabert - also rund 90% des Jahres - brandet meine Sehnsucht nach Stockholm auf.

Wie es sich für einen Junkie gehört, ist meine Festplatte mit der optischen Droge gefüllt.
Das macht es nicht gerade einfacher.. ;-)

Dann träume ich, wie es wäre, nochmal einen Tag gesund zu sein. So richtig gesund, also nicht die gestohlenen Stunden zwischen Schmerz und Schwäche. Sondern so gesund, wie man ist, wenn man sich nicht bei jedem Schritt Gedanken über 43.000 Einschränkungen machen muß.

Ehrlich gesagt: ich habe vergessen, wie das ist. Man vergißt viel in 16 Jahren.
Das ist eine Gnade.

Was täte ich an einem solchen Tag?

Ich denke, ich würde mir Urlaub nehmen, das Notwendigste in mein rotes Köfferchen werfen und zum Düsseldorfer Flughafen aufbrechen. Schließlich müßte ich keine Angst haben, schon auf dem Weg dahin zusammenzuklappen.

Dann würde ich mit dem Gefühl krizzeligen Glücks, das mich jedes Mal durchströmt, wenn der Flieger sich der Schären-Landschaft nähert, aus dem Fenster schauen.


In Stockholm selbst würde ich die hektische Stadt mit der Tunnelbana unterwandern und mich an "Slussen" an die Luft setzen lassen. Mit einem vorfreudigen Lächeln hüpfte ich auf die Djurgarden-Fähre.


Mit der Nase im Wind, würde ich jedes Sauerstoffteilchen begrüßen, den dezenten Duft von weitem Wasser inhalieren.
An Land dürften die Massen gerne im Vergnügungspark Gröna Lund verschwinden und mich alleine durch die historischen Gassen und Waldstücke zu meiner Smultronställe "Rosendahl's" spazieren lassen.


Im Gewächshaus-Café wartete mein geliebter Morotskaka auf mich. Mein Körper würde wegen der Zutaten nicht abdrehen. Ich glaube, ich würde so viel von ihm futtern, wie in mich hinein paßt. Und das kann bei Morotskaka eine ganze Menge sein.


Unter meinem Lieblings-Apfelbaum lägen mein Morotskaka-Bauch und ich zufrieden in der Sonne - denn auch die würde ja keine Schmerzen mehr verursachen.
Über uns zögen weiße Schäfchenwolken dahin.


Und irgendwann, wenn die Trägheit satt wäre, spazierte ich zurück zum Boot und setzte wieder nach Södermalm über. Schließlich wartete noch ein lauer Sommerabend mit Freunden im "Mosebacke" auf mich. 

Das wär ein verdammt schöner Tag!
Wie gut, daß es Festplatten gibt.. ;-)

Kommentare :

  1. Wie gut dass es Dich gibt. Ich mag wie Du schreibst, denkst, mutig und positiv bist.

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    1. Vielen Dank für Deine lieben Worte, Michael!!
      Und das, wo ich heute so gar nicht positiv bin... Aber vielleicht morgen wieder.. ;-)

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  2. Im Geiste machen wir diese Reise gemeinsam! Alle kulinarischen Köstlichkeiten ausprobieren, da ich sie ja noch nicht kenne. Und die Sonne, .... wärmend, ermunternd. Das wär schön.

    Wünsch dir noch mehr traumhafte Tagträume!

    Liebe Grüße

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    1. Vielen Dank!

      Wenn ich gerade so aus dem Fenster schaue, sollte ich mir doch lieber noch einige Schwedenfotos raussuchen.. ;-)

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  3. Oh, darf ich mitkommen? Und machen wir noch einen Abstecher in den Skansen?? Bitteeee!! Ein bisschen Platz für eine Kaneelbulle (oder wie die Dinger hiessen) müsste doch noch sein, oder? Ach, was wär das Leben ohne Träume? LG Charlie

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    1. Hallo Charlie,

      klar, wir machen einfach eine Frau E.-Reisegruppe auf.. ;-)

      Eine Kanelbulle gibt es an jeder Ecke, da wirst Du nicht darben in Schweden. Und Skansen ist auch immer wieder ein Besuch wert.

      LG und träumende Grüße von Frau E.

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