Vom Loslassen und Ankommen und Loslassen und..




Welcome 2017! Eine frohes neues Jahr wünsche ich Euch allen!

Nun ist es also vorbei, 2016 mit all seinen gewalttätigen Schrecknissen und Todesfällen. Zumindest, wenn man sich die psychologische Finte gestattet, einen Tag im Jahr als ein Ende zu definieren. Denn gestern war genauso der Beginn eines neuen Jahres wie heute oder morgen.

Frohe Weihnachten!



Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde und Bekannte,

Euch allen wünsche ich von Herzen ein schönes Weihnachtsfest! Futtert bitte zentnerweise Printen und Dominosteine für mich mit!! Ich werde zur Feier des Tages meine Reiswaffeln mit Goldstaub berieseln ;-)

Danke, daß Ihr Frau E. wieder ein Jahr lang online gefolgt seid. Eure Kommentare machen mir viel Freude. Bitte weiter so! ;-)

Auf ein Jahr 2017 mit vielen neuen Abenteuern - und das alles in besserer Luft!

Liebe Grüße aus Hamburg von Eurer

Frau E.

Wieviel Schmerz ist Heimat wert?

Gummistiefel, Hamburg, Regen, Stockholm
Es regnet viel in Hamburg? Kein Problem!

Jedes Mal, wenn in deutschen Breitengraden Rudimente vom Herbst anbrechen, schallt es mir auf allen Kanälen entgegen: Jetzt ist es kühl hier. Nun kannst Du doch zurück kommen.

Das ist wirklich lieb gemeint. Und ich schätze mich glücklich, daß so viele Menschen jahrein jahraus versuchen, mich in Nordrhein-Westfalen zu halten.

Gleichzeitig macht es mich natürlich auch traurig. Soll ich etwa noch länger viel mehr leiden, als notwendig? Wer verläßt schon freiwillig seine Heimat?

Mobiles Leben: der Handscanner




"Sie können die Unterlagen auch einfach scannen und mailen", sagte der nette Herr am Telefon.

Nichts leichter als das. Im Rahmen meines "Ich werde eine Minimalistin"-Projektes hatte ich mir einen mobilen Handscanner gekauft. Super platzsparend. Lang, ein paar Zentimeter Durchmesser, zwei Batterien. Nicht zu verwechseln mit anderen Utilities.

Wo hab ich den doch gleich?
Koffer 1
Koffer 2
Mehr Optionen gibt es in meinem Leben aktuell nicht. Sehr praktisch beim Suchen.

Da haben wir ihn.
Wie ging das noch gleich?

Um die Beschreibung zu entziffern, brauche ich meine Lesebrille.
So ist das im Alter. Hat aber auch Vorteile. Sieht man die eigenen Falten nicht.

Schwedisiert: Der menschliche Tannenbaum

flagge, Schwedische flagge, deutsche flagge, Deutschland, Fahne, Schweden, schwedische Fahnre, deutsche Fahne

Seit einigen Wochen stehen sie in Stockholm an jeder Kasse: kleine Aufsteller mit Reflektoren, die man an seiner Kleidung befestigen kann. Lange Streifen, die sich von alleine um Arm oder Bein krallen. Und lustige Anhänger in jeglicher Form und Musterung.

Für Kinder, die unbedacht auf Straßen rennen, eine großartige Idee.

Für erwachsene Menschen, die jenseits größerer Städte mutterseelenallein im Dunkeln durch die Pampa marschieren, auch.

Aber für Erwachsene in Stockholm? Einer Stadt mit Millarden Lux? Wie oft rast denn ein Auto über den Bürgersteig?
Sagt sich der schwedische Autofahrer: Huch, mein Wagen rast ungesteuert über Eis. Auf den Bürgersteig zu. Aber da ist jemand mit einem Reflektor. Den kann ich natürlich nicht über den Haufen brettern.

Ich konnte mir also kaum vorstellen, daß die Dinger reißenden Absatz nehmen. Bis ich sie sah: die menschlichen Tannenbäume. Erwachsene, behängt mit Sternen, Mumins, Autos und anderen Formen. Die Ruhrgebietler unter den Schweden tragen Leoprint-Reflektoren. Wenigstens eine Reminiszenz an meine geliebte Heimat.

Kopfschüttelnd marschierte ich auf Bürgersteigen hinter strahlenden Herzen her.
Bis mir ein Verdacht kam: hier hat ja jeder Ohrenstöpsel oder Kopfhörer in den Ohren. Da hört man Autos natürlich nicht, wenn man die Straße überquert. Bevor der Stockholmer also seine Dinger aus den Ohren klaubt oder erst mal schaut, ob ein Auto naht, behängt er sich offenbar lieber von Kopf bis Fuß mit Reflektoren. Sollen die Autofahrer doch schauen, wie sie die Sterne und Herzen umkreisen.

Mit der Zeit entwickelte der Reflektoren-Terror ein Eigenleben. Ich kam mir vor wie jemand ohne Haftpflichtversicherung. Steter Tropfen höhlt den Stein. In einem besonders weichen Moment gab ich nach: OK. Ein so ein Dingen pappe ich mir an die Jacke. Aber nur eines. Und nur in Schweden.

Ich kaufte das Neutralste, das der Markt hergibt: einen simplen Streifen, den ich mir um den Arm klemmen kann. Gesagt, geklemmt.

Nach drei Minuten nervte mich der Druck. Wenn rechts was drückt und links nicht, dann ist das unsymmetrisch. Ich hielt mich für besonders pfiffig und klemmte das Ding um meine Gummistiefel. Da reflektierte es dann fröhlich vor sich hin. Zehn Minuten lang. Dann war es weg.

Vermutlich hätte ich es finden können. Reflektiert schließlich. Ich entschied mich, dies als Zeichen zu werten. Und ging weiter. Nachtblau auf Nachtblau.


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...