Mobiles Leben: der Handscanner




"Sie können die Unterlagen auch einfach scannen und mailen", sagte der nette Herr am Telefon.

Nichts leichter als das. Im Rahmen meines "Ich werde eine Minimalistin"-Projektes hatte ich mir einen mobilen Handscanner gekauft. Super platzsparend. Lang, ein paar Zentimeter Durchmesser, zwei Batterien. Nicht zu verwechseln mit anderen Utilities.

Wo hab ich den doch gleich?
Koffer 1
Koffer 2
Mehr Optionen gibt es in meinem Leben aktuell nicht. Sehr praktisch beim Suchen.

Da haben wir ihn.
Wie ging das noch gleich?

Um die Beschreibung zu entziffern, brauche ich meine Lesebrille.
So ist das im Alter. Hat aber auch Vorteile. Sieht man die eigenen Falten nicht.

Schwedisiert: Der menschliche Tannenbaum

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Seit einigen Wochen stehen sie in Stockholm an jeder Kasse: kleine Aufsteller mit Reflektoren, die man an seiner Kleidung befestigen kann. Lange Streifen, die sich von alleine um Arm oder Bein krallen. Und lustige Anhänger in jeglicher Form und Musterung.

Für Kinder, die unbedacht auf Straßen rennen, eine großartige Idee.

Für erwachsene Menschen, die jenseits größerer Städte mutterseelenallein im Dunkeln durch die Pampa marschieren, auch.

Aber für Erwachsene in Stockholm? Einer Stadt mit Millarden Lux? Wie oft rast denn ein Auto über den Bürgersteig?
Sagt sich der schwedische Autofahrer: Huch, mein Wagen rast ungesteuert über Eis. Auf den Bürgersteig zu. Aber da ist jemand mit einem Reflektor. Den kann ich natürlich nicht über den Haufen brettern.

Ich konnte mir also kaum vorstellen, daß die Dinger reißenden Absatz nehmen. Bis ich sie sah: die menschlichen Tannenbäume. Erwachsene, behängt mit Sternen, Mumins, Autos und anderen Formen. Die Ruhrgebietler unter den Schweden tragen Leoprint-Reflektoren. Wenigstens eine Reminiszenz an meine geliebte Heimat.

Kopfschüttelnd marschierte ich auf Bürgersteigen hinter strahlenden Herzen her.
Bis mir ein Verdacht kam: hier hat ja jeder Ohrenstöpsel oder Kopfhörer in den Ohren. Da hört man Autos natürlich nicht, wenn man die Straße überquert. Bevor der Stockholmer also seine Dinger aus den Ohren klaubt oder erst mal schaut, ob ein Auto naht, behängt er sich offenbar lieber von Kopf bis Fuß mit Reflektoren. Sollen die Autofahrer doch schauen, wie sie die Sterne und Herzen umkreisen.

Mit der Zeit entwickelte der Reflektoren-Terror ein Eigenleben. Ich kam mir vor wie jemand ohne Haftpflichtversicherung. Steter Tropfen höhlt den Stein. In einem besonders weichen Moment gab ich nach: OK. Ein so ein Dingen pappe ich mir an die Jacke. Aber nur eines. Und nur in Schweden.

Ich kaufte das Neutralste, das der Markt hergibt: einen simplen Streifen, den ich mir um den Arm klemmen kann. Gesagt, geklemmt.

Nach drei Minuten nervte mich der Druck. Wenn rechts was drückt und links nicht, dann ist das unsymmetrisch. Ich hielt mich für besonders pfiffig und klemmte das Ding um meine Gummistiefel. Da reflektierte es dann fröhlich vor sich hin. Zehn Minuten lang. Dann war es weg.

Vermutlich hätte ich es finden können. Reflektiert schließlich. Ich entschied mich, dies als Zeichen zu werten. Und ging weiter. Nachtblau auf Nachtblau.


Winter wonderland Stockholm

Auf der Drottninggatan
 
Vor ein paar Tagen schien alles so hell beim Aufwachen. Ich zog die Rollos hoch, wie ein Kind seine Weihnachtsgeschenke aufreißt und quietschte kurz auf vor Freude: Schnee! Dicke, plusterweiche Flocken rieselten vom Himmel.
 
Nach und nach war das ganze Wäldchen vor meiner Wohnung mit einer dünnen Schicht überzogen.

 
 
Und es schneite weiter und weiter. Bald war der Schnee kniehoch. (Ja, meine Knie ;-) )

Mentality in Stockholm and why the German Rhineland is my Mousse au Chocolat

 
Germans tend to think everything would be the same in Sweden - but better. They watch to many love movies taking place in beautiful Bullerby-settings. So they are extremely surprised when I tell them about all the differences. One of them is how to interact with strangers. Or not to interact at all. At least in Stockholm.

As I come from the Rhineland (Düsseldorf, Cologne, Bonn) the difference tends to be double as much as if I would have been grown up in Northern Germany. "Rheinländer" are called to be the Italians of Germany.

We talk.
A lot.
To everybody.
If he wants to hear it or not.
We don't care.

Die Wohnungsübergabe: daran würdest Du blind erkennen, ob Du bei einem Mann oder einer Frau mietest

Welches wohl mein Fach ist? ;-)

Also ich wohne ja am Liebsten in möglichst puristischen Wohnungen. Persönlichkeitsneutral sozusagen. Mir fällt es schwer, zu entspannen, wenn mich an jeder Ecke das Baby des Hauses angrinst. Ich brauche nicht detalliert zu wissen, was in dem Bett, in dem ich künftig nächtige, sonst so stattfindet. Und die Abführtabletten meines Vermieters müssen auch nicht prominent in der Küche stehen.

So lande ich oft in Männerwohnungen. Dafür nehme ich gerne in Kauf, meine Tage neben einem an der Wand montierten Rennrad zu verbringen. Männerwohnungen sind absolut nicht schmutziger als Frauenwohnungen. Da muß ich mal eine Lanze für die Herren brechen.

Einen Unterschied habe ich allerdings feststellen können: beim Einzug. Du stehst etwas unorientiert mit Deinen Koffern in der fremden Wohnung herum und dann beginnt die Führung.
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