Warum ich vor wenigen Tagen mein Zuhause aufgab und ein Experiment mit offenem Ende startete



Ich nehme jeden Freitag als Eichhörnchen verkleidet an Gangbang-Parties teil.


...


Augenbrauen oben?
Dann hast Du jetzt ungefähr den Gesichtsausdruck, der mir in den letzten Wochen täglich bei einer viel harmloseren Aussage entgegenblickte.

Aber der Reihe nach.

Es ist so viel passiert, daß ich Bücher füllen könnte.

Frau E. rotiert



Noch fix zur Post: diverse Päckchen abgeben.
Hoffentlich zum letzten Mal vor dem Umzug.
Jede Minute zählt.
Doppelt.
Langsam dreifach.

Ungeduldig schaue ich zu, wie die junge Auszubildende den ersten Karton auf das gelbe Quadrat legt, um die korrekten Maße zu prüfen.

10 Tips für kinderleichtes Aussortieren

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Viele Jahre ein Herz und eine Seele. Bis uns ein heißer Waschgang trennte..


Aller Anfang ist schwer.
Das erste Buch aus dem Regal zu ziehen und für immer in andere Hände zu geben, fühlte sich an, wie mir selbst einen Arm zu amputieren.
Oh Herr, das arme Buch. Stand hier immer so unschuldig bei seinen lieben Freunden. Und ich Schuft, rupfe es heraus, als hätte es Böses verbrochen und gebe es in einen miefigen Laden. Begrabbelt wird es von fremden, schmutzigen Händen, verächtlich wieder ins Regal gestellt. Vielleicht bleibt es dort wie ein Waisenkind, das immer wieder im Heim landet. Und nur die von der Masse Geliebten werden mitgenommen drumherum, diese ganzen platten 50 Shades und Harry Potters. Mein Buch aber wird dort stehen in kalten, einsamen Nächten, wenn das Neonlicht der Außenbeleuchtung Schlaf raubt und sich fragen, was es falsch gemacht hat bei mir.

Besitz bindet. Wie bereits mein halber Hausstand bei Oxfam landete



Als ich nach meinem ersten Stockolmer Sommer zurück in meine Düsseldorfer Wohnung kam, saß ich so auf meinem Sofa, schaute mich um und fühlte mich, als würde man mir einen Betonklotz an die Füße hängen und mich in einen See werfen.
All diese Sachen!
Drei Zimmer, 1000 Bücher, bestimmt 30 Aktenordner, zig Varianten karierter Bettwäsche, Blumen, Geschirr. Am Liebsten hätte ich meine 2,5 Koffer genommen und wäre direkt zurück zum Flughafen gedüst.

In meinem zweiten Stockholmer Sommer träumte ich davon, daß meine Nachbarin anriefe und mir mit Grabesstimme verkünde, daß meine Wohnung abgebrannt sei. Ich wachte mit einem Lächeln auf.
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